Schwester Josefine: "Genau hier gehöre ich hin und nirgendwo anders"

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Die Osnabrücker Benediktinerin Schwester Josefine hat in der SWR-Talkshow „Nachtcafé“ davon erzählt, wie sie im Kloster angekommen ist. Die Sendung trug den Titel „Angekommen“. Ihre Entscheidung für das Kloster sei an einem Karfreitag gefallen, berichtete die Ordensfrau. Während die Liturgie ganz von Trauer geprägt gewesen sei, habe sie innerlich große Freude gespürt: „Genau hier gehöre ich hin und nirgendwo anders.“ An jenem Osterwochenende habe sie sich „endgültig verliebt und dann entschieden“.

Die gebürtige Selmerin war zuvor Rettungsassistentin und Krankenschwester in Münster. 2017 trat sie Ende 20 in ihr heutiges Kloster in Osnabrück ein, 2018 erhielt sie ihren Ordensnamen. Bereits mit 17 Jahren hatte sie die Gemeinschaft besucht. Damals schreckte sie jedoch der Blick in eine acht Quadratmeter große Zelle ab.

Ihre Familie, die wenig kirchlich geprägt sei, reagierte auf den Klostereintritt sehr unterschiedlich. Ihre Mutter habe im ersten Affekt beim Kaffee mit ihrer besten Freundin Pläne geschmiedet, das Kloster „abzufackeln“. Ihr Vater sei von seinem Bruder gefragt worden: „Meinst du nicht, dass du ein paar Erziehungsfehler gemacht hast?“ Seine Antwort zählt die Ordensfrau zu ihren Lieblingsgeschichten: Bei allen Fehlern in der Erziehung sei „wenigstens ein gutes Christkind bei rumgekommen“.

Offen sprach Schwester Josefine über Krisen. Nach einem heftigen Konflikt habe sie bereits den Koffer gepackt. In der Gemeinschaft sei Christus „der größte gemeinsame Teiler“, ansonsten habe man sich nicht ausgesucht. Derzeit leben dort zwölf Schwestern. Ihre Mitschwestern nannte sie ihre „Klosterfamilie“.

Bekannt ist Schwester Josefine auch durch einen TikTok-Kanal ihrer Gemeinschaft. Was auf Anfrage eines Bistumsmitarbeiters mit einem Video über Vorurteile gegenüber Ordensleuten begonnen habe, sei über Nacht auf mehr als eine Million Aufrufe gekommen. Inzwischen seien rund 450 Videos entstanden.

Ebenfalls zu Gast war der Physiotherapeut Marc Sauer aus Oberfranken. Er berichtete, wie er mit seinem Mann aus Bamberg in ein kleines Dorf zog. Dass dieses „sehr katholisch“ geprägt sei und es dort noch nie ein schwules Paar gegeben habe, habe er zunächst nicht bedacht. Vor zwölf Jahren heirateten die beiden als erstes gleichgeschlechtliches Paar in der Gemeinde. Die Bürgermeisterin habe die Trauung als Standesbeamtin „wunderbar“ gestaltet. Inzwischen gebe es in dem Ort mehrere schwule und lesbische Paare, sagte Sauer. Kürzlich habe sich ein junger Mann, der mit seinem Freund heiraten wolle, bei ihm dafür bedankt, dass sie den Weg geebnet hätten. Für die Bevölkerung sei es heute „einfach normal“.


Münsteraner Forum für Theologie und Kirche (MFThK)