Nach der nächsten Biegung kam das Münster in den Blick. Von hier aus wirkte es besonders prachtvoll mit seinem großen, runden und vielfarbigen Rosettenfenster, das die zwölf Apostel zeigte, und den anderthalb Türmen, die Richtung Himmel führten.
Carl bekreuzigte sich. Er drehte sich dafür von dem Mädchen fort, damit sie es nicht sah.
»Warum hast du das getan?«, fragte sie, der es nicht entgangen war.
Carl seufzte. »Ich bekreuzige mich, wenn das Hauptportal des Münsters vor mir auftaucht.«
»Wegen Gott?«
»Nein, nicht weil ich gläubig bin. Den Glauben überlasse ich denen, die ihn besser beherrschen als ich. Es ist eine Ehrbezeugung vor dem mächtigsten Buch der Welt. Es hat zu Kriegen und zu Vergebung geführt, zu großem Unrecht und zu tiefer Liebe. Wenn man an die Macht des Wortes glaubt, und das tue ich, kann man nur den Hut vor diesem Werk ziehen. Ganz, ganz tief. Und genau das mache ich. Im übertragenen Sinne.«