Ex-Fußballprofi Christoph Kramer über persönlichen Glauben, Hoffnung und Kritik an Missionierung

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Der Fußball-Weltmeister von 2014 und Bestsellerautor Christoph Kramer hat in der Radiosendung „Hörbar Rust“ (Radio Eins) überraschend offene Einblicke in sein persönliches Verhältnis zu Glaube, Gebet und Religion gegeben.

Im Gespräch mit Moderatorin Bettina Rust berichtete der frühere Nationalspieler, dass ihm der Glaube im Alltag sehr wichtig sei. „Ich glaube gerne, ich freue mich, dass ich lebe. Manchmal möchte ich auch einfach daran glauben, dass irgendwas nicht zu Ende geht oder dass irgendwas auf mich wartet“, beschrieb Kramer eine für ihn tröstliche Offenheit und Hoffnung, ohne sich dabei auf feste theologische Vorstellungen festzulegen. Zudem bete er regelmäßig. Dies gebe ihm Ruhe und diene ihm vor allem als Ausdruck von Dankbarkeit für das große Glück in seinem Leben.

Auf Rusts Nachfrage verriet Kramer, dass er seine Gebete traditionell mit „Lieber Gott“ beginne – eine Gewohnheit aus der Grundschulzeit, auch wenn sein Gottesbild nichts mit der biblischen Vorstellung zu tun habe. Rust bemerkte dazu, dass viele Menschen auf solche erlernten Formeln zurückgreifen, und bezeichnete Glaube als eine philosophische Hülle, die jeder individuell füllen könne.

Gleichzeitig übte Kramer deutliche Kritik an institutionalisierter Religion und jeglicher Missionierung. Mit Blick auf die Menschheitsgeschichte sehe er Religionen generell skeptisch. Zwar sei persönlicher Glaube etwas Wichtiges und Schönes, doch müsse jeder Mensch frei wählen dürfen. „Hört bitte auf, die Menschen von eurem Glauben zu überzeugen“, mahnte der Ex-Profi. Um die Absurdität von Bekehrungsversuchen zu verdeutlichen, zog Kramer einen sportlichen Vergleich heran: Als Gladbach-Fan gehe man schließlich auch nicht zu anderen und verlange, sie sollten Gladbach-Anhänger werden, nur weil man das selbst besser finde. Rust pflichtete ihm bei: Sobald Religion mit Zwang und Unfreiheit einhergehe, „stimmt da was nicht“. Als ethischen Kompass verwies die Moderatorin stattdessen auf den kategorischen Imperativ, nach dem das eigene Handeln als allgemeines Gesetz taugen solle.


Münsteraner Forum für Theologie und Kirche (MFThK)